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EZB: Zinsregen für die Banken auf Kosten aller Sparenden
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat gestern den Einlagenzins auf 2,5 Prozent angehoben. Das sind die Zinsen, die die EZB den Banken zahlt, wenn diese ihr Geld bei ihr parken. Während Geschäftsbanken selbst von der EZB aufgrund der Zinswende seit Juli 2022 hohe Zinsen für ihre Einlagen erhalten, geben sie diese kaum an ihre Kundschaft weiter. Das zeigt eine Auswertung des Momentum Instituts auf Basis von Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Die Folge: Während sich die Zinserträge der Banken und damit auch deren Gewinne vervielfacht haben, haben Sparende in Österreich nur wenig von der Hochzinsphase der letzten Jahre.

Schulstartgeld verliert ein Viertel der Kaufkraft: 41 Euro fehlen pro Kind
Zum Schulstart in Wien, Niederösterreich und im Burgenland zeigt eine neue Analyse des Momentum Instituts: Das Schulstartgeld hält mit den Kosten rund um Schule nicht Schritt. 2026 werden 121,40 Euro pro Kind ausgezahlt. Wäre die Leistung seit ihrer Einführung 2011 jedes Jahr mit der Teuerung mitgewachsen, wären es heute 162 Euro. Damit fehlen rund 41 Euro pro Kind. Gemessen an den ursprünglichen 100 Euro hat das Schulstartgeld inzwischen 25 Prozent seiner Kaufkraft verloren. Das Momentum Institut empfiehlt, die Leistung auf mindestens 170 Euro anzuheben, auf Jugendliche bis 18 Jahre in Ausbildung auszuweiten und kostenlose Nachmittagsbetreuung anzubieten.

Zukunftsdepot mit sozialer Schieflage: Nur die besserbezahlte Hälfte der Familien bekäme volle Steuersenkung
Der Bundeskanzler hat ein „Zukunftsdepot“ mit Steuervorteilen vorgeschlagen: Jeder Haushalt kann 5.000 Euro pro Kind auf ein Depot bei einer Bank einzahlen, befreit von der Kapitalertragsteuer. Befüllen die heimischen Haushalte das Depot aus ihren laufenden Einkommen, kann im Mittel nur die besserbezahlte Hälfte der heimischen Familien den maximalen Steuervorteil nutzen.

Arbeitslose in Österreich häufiger armutsgefährdet als in der EU
Arbeitslose Menschen sind in Österreich überdurchschnittlich oft armutsgefährdet. Im EU-Vergleich schaffen es 18 Länder, ihre arbeitslosen Personen häufiger über die Armutsgefährdungsschwelle zu heben als Österreich, nur 8 Länder machen es schlechter. Das Momentum Institut empfiehlt eine bessere finanzielle Absicherung arbeitsloser Menschen, etwa eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes und der Notstandshilfe auf 70 Prozent des vorherigen Einkommens.

Spritpreise: Bis Jahresende drohen 1,1 Milliarden Euro zusätzliche Aufschläge
Die gestiegenen Sprit-Aufschläge könnten sich in Österreich heuer auf rund 1,1 Milliarden Euro zusätzlich summieren. Das zeigt eine neue Berechnung des Momentum Instituts anlässlich des europäischen Vorstoßes für eine Übergewinnsteuer auf Mineralölkonzerne.

Arbeitsmarkt friert ein: Jobchancen fast auf Corona-Niveau
Der österreichische Arbeitsmarkt friert ein. Arbeitslose schaffen den Sprung zurück in Beschäftigung inzwischen fast so selten wie während der Corona-Krise. Im Jahresdurchschnitt von August 2025 bis Juli 2026 liegt die Quote der Arbeitsaufnahmen aus der Arbeitslosigkeit bei nur noch 10,9 Prozent. Im Corona-Jahr 2020/21 waren es 10,5 Prozent. Das zeigt eine neue Auswertung des Momentum Instituts auf Basis der Arbeitsmarktdatenbank.

Pensionserhöhung unter Inflation: Pensionist:innen verlieren 2027 Kaufkraft
Die Teuerung, die für die Pensionserhöhung 2027 maßgeblich ist, liegt bei 3,4 Prozent und ist damit höher als von der Bundesregierung angenommen. Die Regierung hat die Pensionserhöhung bereits darunter festgelegt. Pensionen bis 6.930 Euro steigen um 2,95 Prozent, darüber gibt es einen Fixbetrag von 204,44 Euro. Auch die Ausgleichszulagenrichtsätze werden mit 3,3 Prozent geringer erhöht als die Preise gestiegen sind.

Dürre-Milliarde: Kleine Betriebe absichern, Klimavorsorge stärken
Die extreme Dürreperiode hat rund eine Milliarde Euro Schaden für die Landwirtschaft verursacht. Ein großer Teil davon wird (voraussichtlich) vom Staat finanziert, direkt über die gerade verhandelten Katastrophenhilfen und indirekt, da die Hagelfinanzierung der Landwirt:innen zu 55 Prozent von Bund und Ländern getragen wird. Das Momentum Institut empfiehlt gezielte Soforthilfe nach wirtschaftlicher Bedürftigkeit und eine Investitionsoffensive für Klimaschutz und Klimaanpassung

45 Versicherungsjahre als Hürde: Zwei Drittel der Pensionierten hätte 2025 nicht in Pension gehen können
Das Momentum Institut hat analysiert, welche Auswirkungen der aktuelle Pensionsvorschlag von Landeshauptmann Anton Mattle mit verpflichtenden 45 Versicherungsjahren bei Pensionsantritt auf den Pensionsjahrgang 2025 hätte. Die Ergebnisse zeigen: Zwei Drittel der Menschen, die vergangenes Jahr in Pension gingen, hatten keine 45 Versicherungsjahre zusammen. Auch zwischen den Geschlechtern zeigt die Analyse deutliche Unterschiede: Während rund die Hälfte der Männer (54 Prozent) zusätzliche Arbeitsjahre benötigt, wären es bei Frauen mehr als vier von fünf (82 Prozent).

Equal Pension Day: Was die Pensionslücke im Alltag bedeutet
Der diesjährige Equal Pension Day fällt auf den 9. August. Ab diesem Tag erhalten Pensionistinnen bis zum Jahresende rechnerisch keine Pension mehr. Was die Pensionslücke von 39,4 Prozent konkret im Alltag bedeutet, zeigt das Momentum Institut mit einer Sonderauswertung auf Basis der Konsumerhebung 2019/20.

Insolvenz-Entgelt-Fonds: Finanzierungslücke fair schließen
Der Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) ist unter Druck. Eine neue Analyse des Momentum Instituts zeigt: Hätte die damalige Bundesregierung den Beitrag der Unternehmen zum Fonds 2022 nicht halbiert, wären heute deutlich mehr Reserven vorhanden. Um den Fonds langfristig abzusichern, präsentiert die Denkfabrik drei Ansatzpunkte.

