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Schulstartgeld verliert ein Viertel der Kaufkraft: 41 Euro fehlen pro Kind

Zum Schulstart in Wien, Niederösterreich und im Burgenland zeigt eine neue Analyse des Momentum Instituts: Das Schulstartgeld hält mit den Kosten rund um Schule nicht Schritt. 2026 werden 121,40 Euro pro Kind ausgezahlt. Wäre die Leistung seit ihrer Einführung 2011 jedes Jahr mit der Teuerung mitgewachsen, wären es heute 162 Euro. Damit fehlen rund 41 Euro pro Kind. Gemessen an den ursprünglichen 100 Euro hat das Schulstartgeld inzwischen 25 Prozent seiner Kaufkraft verloren. Das Momentum Institut empfiehlt, die Leistung auf mindestens 170 Euro anzuheben, auf Jugendliche bis 18 Jahre in Ausbildung auszuweiten und kostenlose Nachmittagsbetreuung anzubieten.

Wertverlust wächst auf 25 Prozent an

Knapp 900.000 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren erhalten das Schulstartgeld seit 2011 gemeinsam mit der Familienbeihilfe. Eingeführt wurde die Leistung mit 100 Euro, umgerechnet auf die heutige Kaufkraft sind davon nur noch 75 Euro übrig. Der reale Wert der Unterstützung ist damit seit ihrer Einführung um ein Viertel gesunken.

5 Prozent Wertverlust beim Schulstartgeld. Diese Grafik des Momentum Instituts zeigt, dass sich Schüler:innen statt 100 Euro nur noch Schulwaren im Wert von 75 Euro leisten können.

41 Euro fehlen zum vollständigen Inflationsausgleich

Das Schulstartgeld wurde seit 2011 nur zweimal an die Teuerung angepasst, 2024 und 2025. Heuer beträgt die Unterstützung 121,40 Euro. Bei einer durchgehenden Inflationsanpassung seit 2011 müsste sie 162 Euro betragen. Die Lücke liegt damit bei rund 41 Euro. Weil die Valorisierung 2026 und 2027 im Zuge der Sparmaßnahmen erneut ausgesetzt wird, dürfte der Abstand weiterwachsen.

 Schulstartgeld müsste um 41 Euro höher sein. Diese Grafik des Momentum Instituts zeigt den Kaufkraftverlust des Schulstartgeldes seit 2011. Zur vollen Inflationsanpassung sollte das Schulstartgeld eigentlich 162 Euro pro Schüler:in betragen.

“Der Wertverlust hat sich über die letzten 15 Jahre laufend aufsummiert. Kaum gibt es endlich einen Ausgleich, wird er auch schon wieder ausgesetzt. Das Schulstartgeld zeigt somit einmal mehr, wo der Sparstift angesetzt wird: bei den Familien”, schildert Sophie Achleitner, Ökonomin am Momentum Institut.

Schulhefte verteuerten sich seit 2020 um 48 Prozent

Auch bei einzelnen Ausgaben hinkt die Unterstützung der Preisentwicklung hinterher. Seit 2020 verteuerten sich Schulhefte um 48 Prozent, Bleistifte um 46 Prozent und Ringmappen um 43 Prozent. Mittagessen in der Schule wurden um 32 Prozent teurer, Nachhilfe um 31 Prozent. Das Schulstartgeld stieg im selben Zeitraum um 25 Prozent.

euerung bei Schulwaren stärker gestiegen als Schulstartgeld. Diese Grafik des Momentum Instituts zeigt die Teuerung von Juni 2020 bis Juni 2026 bei ausgewählten Schulartikeln.

„Für Familien ist der Schulstart kein einmaliger Einkauf. Hefte müssen nachgekauft werden, dazu kommen Mittagessen, Betreuung, Ausflüge oder Nachhilfe. 121,40 Euro sind deshalb schnell aufgebraucht. Eine echte Entlastung muss sich an den tatsächlichen Kosten orientieren“, so Achleitner.

Momentum Institut empfiehlt mindestens 170 Euro und Ausweitung bis 18

Das Momentum Institut empfiehlt, den aufgelaufenen Wertverlust auszugleichen und das Schulstartgeld auf mindestens 170 Euro anzuheben. Anspruch sollen künftig auch 15- bis 18-Jährige in Ausbildung haben. Zusätzlich empfiehlt das Institut kostenlose Nachmittagsbetreuung, um insbesondere einkommensärmere Familien und Alleinerziehende bei den laufenden Schulkosten zu entlasten.