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Verbund-Übergewinne: Wasserzins würde jährlich bis zu eine halbe Milliarde einbringen
Heute veröffentlicht Österreichs größter Stromerzeuger, die Verbund AG, seinen Konzernbericht für 2025. Seit Ausbruch der Energiekrise 2022 verbucht der Energiekonzern insgesamt 4,65 Milliarden Euro an Übergewinnen. Nach mehrjährigen zufälligen Rekordgewinnen führt der Stromerzeuger allerdings nur 6 Prozent seiner Übergewinne durch Abschöpfung ab, wie eine neue Auswertung zeigt. Daher empfiehlt das Momentum Institut die Einführung eines Wasserzinses nach Schweizer Vorbild, um bis zu eine halbe Milliarde Übergewinne pro Jahr effektiv abzuschöpfen.

Wohnkosten: Fast 90 Prozent der Privatmiete fließen an reichstes Fünftel
Die Statistik Austria veröffentlicht heute Daten zu den Wohnkosten und zur Wohnsituation in Österreich. Wie ungleich die Wohnkostenbelastung verteilt ist, zeigt eine neue Analyse des Momentum Instituts auf Basis von Daten der Household Finance and Consumption Survey (HFCS) der Oesterreichischen Nationalbank. Nur 8,5 Prozent der Haushalte besitzen überhaupt zusätzliche Immobilien, die vermietet werden können. Gleichzeitig fließen 71,6 Prozent der privaten Mieteinnahmen an das reichste Vermögenszehntel.

Spritpreise: Steuern bei Preissteigerung nicht ausschlaggebend
Aufgrund der drastischen Preissteigerungen bei Diesel und Benzin ist die Bundesregierung gefragt, rasch zu handeln um die Inflation nicht erneut durchrauschen zu lassen. Eine Senkung der Mineralölsteuer und CO2-Bepreisung bedeutet negative Konsequenzen für das Budget und ist außerdem für die rasanten Preiserhöhungen an den Tankstellen gar nicht ausschlaggebend. Eine neue Analyse des Momentum Instituts zeigt, dass Österreich bei der Besteuerung von Treibstoff schon jetzt zu den Schlusslichtern der westlichen EU-Staaten gehört. Was bei der Preis-Zusammensetzung außerdem auffällt: Mit steigenden Preisen wird der Anteil an Steuern und Abgaben verhältnismäßig immer geringer. Das Momentum Institut empfiehlt, statt einer Steuersenkung die unverhältnismäßigen Gewinn-Margen der Raffinerien zu deckeln.

Iran-Krieg: Preisaufschläge für Treibstoff drastisch erhöht
Seit Beginn der Kampfhandlungen im und um den Iran ist der Rohölpreis wieder angestiegen. Mineralölkonzerne haben die Treibstoffpreise direkt rasant erhöht, und zwar deutlich stärker als es die Anstiege der Rohölpreise hergeben. Eine Auswertung des Momentum Instituts zeigt: Rohöl ist im Vergleich zur Vorwoche der Kampfhandlungen um 7 Cent teurer geworden, jedoch ist der Aufschlag für Benzin um 9 Cent und jener für Diesel sogar um satte 21 Cent gestiegen. Die Bundesregierung muss nun rasch handeln und die Preise regeln, damit die Inflation nicht abermals durchrauscht. Die aktuellen Zahlen zeigen, wie dringend der Handlungsbedarf ist.

Steigende Energiepreise: Energiekrisenmechanismus kann Strompreise senken
Der Iran-Krieg wird die Inflationsrate im März hinauftreiben. Um diesmal die Preiserhöhungen bei Energie nicht völlig ungebremst durch die gesamte Wirtschaft rauschen zu lassen, muss die Bundesregierung rasch Preisbremsen in Kraft setzen. Dazu gehört ein „Energiekrisenmechanismus“ beim Strom, über den die Bundesregierung bereits verhandelt. Setzt ihn die Bundesregierung sofort in Kraft, würde das die Strompreise sogar senken. Typische Haushalte können sich zwischen 24 und 285 Euro im Jahr ersparen. Die Inflationsrate würde um 0,21 Prozentpunkte sinken.

Weltfrauentag 2026: Unbezahlte Arbeit lässt Lohnlücke auf 45 Prozent steigen
Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März weist das Momentum Institut auf die Ungleichverteilung der unbezahlten Arbeit und damit einhergehenden Problemen hin. Die neue Analyse zeigt, dass Frauen in Österreich trotz längerer Gesamtarbeitszeit nur 36 Prozent des Gesamteinkommens erzielen – ein tatsächlicher Gender Pay Gap von rund 45 Prozent, wenn unbezahlte Haus- und Sorgearbeit mitgerechnet wird. Neben der Analyse präsentiert das Momentum Institut außerdem den Care-Rechner – Ein Werkzeug für faire Verteilung, das sichtbar macht, wie die Sorgearbeit im eigenen Haushalt aufgeteilt ist.

Bilanz nach einem Jahr Bundesregierung Stocker
Am Dienstag, 3.3.2026, ist die Bundesregierung offiziell ein Jahr im Amt. Das Momentum Institut hat Bilanz gezogen, wo die Regierung gut unterwegs (+) ist, wo sie säumig ist (-), und wo sich ein gemischtes Bild ergibt (~). Das Momentum Institut empfiehlt der Bundesregierung ambitioniertere Ziele für das kommende Jahr: 2 Prozent Wirtschaftswachstum und 1 Prozent Inflationsrate. Dafür muss sie noch heuer stärker in die Preise eingreifen und ein Konjunkturprogramm für mehr Wachstum auflegen.

Lohnnebenkostensenkung: Mit Gegenfinanzierung drohen Arbeitsplatzverluste
Für 2027 hat die Bundesregierung unter Budgetvorbehalt eine Lohnnebenkosten-Senkung vereinbart. Ohne Gegenfinanzierung wird sie zum Milliardengrab für das Budget, wie eine Auswertung des Momentum Instituts zeigt. Mit Gegenfinanzierung drohen aber netto Arbeitsplatzverluste (netto meint durch Lohnnebenkostenkürzung entstandene Arbeitsplätze abzüglich verlorener Arbeitsplätze durch Gegenfinanzierung). Denn Kürzungen bei anderen staatlichen Aktivitäten – weniger Wohnungsbau, weniger soziale Dienstleistungen – kosten mehr Jobs als eine Lohnnebenkostensenkung bringen würde. Angesichts des schleppenden Wirtschaftsaufschwungs mit weiterhin steigender Arbeitslosigkeit sollte die Bundesregierung ihr Geld effektiv einsetzen, empfiehlt das Momentum Institut.


