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Sommerurlaub wieder teurer – und bleibt für viele unleistbar

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Am Montag beginnen in Ostösterreich die Schulferien. Für viele Familien und Haushalte startet damit die Urlaubszeit. Doch eine neue Analyse des Momentum Instituts zeigt: Viele typische Ausgaben im Sommerurlaub sind deutlich teurer geworden. Gleichzeitig können sich viele Menschen in Österreich Urlaub finanziell nicht leisten. 

Balkendiagramm zu Preissteigerungen von Mai 2025 bis Mai 2026 bei typischen Ausgaben im Sommerurlaub. Die allgemeine Inflation liegt bei 3,7 Prozent. Besonders stark stiegen Kraftstoffe mit 26,3 Prozent, Campingplätze und Jugendherbergen mit 13,9 Prozent, Flugreisen mit 13,8 Prozent, Busreisen mit 10,5 Prozent und Zugreisen mit 9,6 Prozent. Billiger wurden Limonaden, Wasser und Säfte mit minus 0,6 Prozent.

Die allgemeine Inflation lag von Mai 2025 bis Mai 2026 bei 3,7 Prozent. Viele klassische Urlaubsausgaben wurden aber deutlich stärker teurer. Am stärksten stiegen die Preise bei Kraftstoffen mit 26,3 Prozent. Auch Campingplätze und Jugendherbergen verteuerten sich stark um 13,9 Prozent, Flugreisen um 13,8 Prozent, Busreisen um 10,5 Prozent und Zugreisen um 9,6 Prozent. Damit liegen viele Kosten für die Anreise klar über der allgemeinen Inflation. Wer wegfahren will, muss also schon für das Hinkommen deutlich mehr zahlen. Besonders problematisch ist das für Haushalte, die ohnehin nur knapp kalkulieren können.

Speiseeis kostet 5,3 Prozent mehr, Restaurants und Cafés 4,9 Prozent, Seilbahnen und Lifte 4,5 Prozent und Freibadbesuche 4,3 Prozent mehr. Etwas weniger stark stiegen die Preise bei Lebensmitteln im Supermarkt mit 2,3 Prozent und bei Pensionen und Hotels mit 2,2 Prozent. Pauschalreisen wurden nur um 0,3 Prozent teurer. Billiger wurden Limonaden, Wasser und Säfte mit minus 0,6 Prozent.

„Heuer sind vor allem Fahrtkosten und üblicherweise günstigere Unterkunftsarten wie Campingplätze oder Jugendherbergen stark teurer geworden. Das trifft genau jene Menschen, die auf preiswertere Urlaubsformen angewiesen sind“, erläutert Leonard Jüngling, Inflationsexperte am Momentum Institut.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich damit verschoben, welche Posten des Urlaubs besonders teuer werden. Im Sommer 2025 waren vor allem Pauschalreisen ins Ausland mit plus 9,3 Prozent, Limonaden, Wasser und Säfte mit plus 7,6 Prozent sowie Restaurants und Cafés mit plus 5,7 Prozent die größten Preistreiber. Die Anreise war damals dagegen gemischter: Zugreisen wurden zwar um 4,6 Prozent und Flugreisen um 3,1 Prozent teurer, Busreisen waren aber um 3,7 Prozent billiger und Kraftstoffe sogar um 9,1 Prozent günstiger. Heuer dreht sich dieses Bild: Während im Vorjahr also eher einzelne Konsumausgaben und Pauschalreisen herausstachen, sind heuer vor allem die Kosten für das Wegkommen selbst deutlich gestiegen. Das trifft besonders jene Haushalte, die bei Unterkunft und Verpflegung sparen wollen, aber schon bei der Anreise kaum ausweichen können.

Sommerurlaub als finanzieller Stresstest

Die Teuerung trifft auf eine ohnehin angespannte Lage: Insgesamt können sich 18 Prozent der Haushalte in Österreich keinen Urlaub leisten. Besonders hart trifft es Alleinerziehende. Vier von zehn (41 Prozent) von ihnen können gar nicht auf Urlaub fahren. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Durchschnitt aller Haushalte. Bei Mehrpersonenhaushalten ohne Kinder sind es 15 Prozent, bei Mehrpersonenhaushalten mit Kind oder Kindern 17 Prozent.

Balkendiagramm zum Anteil der Haushalte, die sich keinen Urlaub leisten können. Insgesamt sind es 18 Prozent. Bei Mehrpersonenhaushalten ohne Kinder sind es 15 Prozent, bei Mehrpersonenhaushalten mit Kind oder Kindern 17 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil bei Alleinerzieher:innen: 41 Prozent können sich keinen Urlaub leisten.

„Urlaub ist für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit. Wer wenig Geld hat oder allein für Kinder sorgt, kann sich eine Woche wegfahren oft schlicht nicht leisten“, so Jüngling weiter.

Auch beim Einkommen ist der Unterschied groß. Unter Haushalten mit niedrigen Einkommen können sich 38 Prozent keine Woche Urlaub leisten. Bei mittleren Einkommen sind es 15 Prozent. Bei hohen Einkommen sind es nur 2 Prozent. Das heißt: Haushalte mit niedrigen Einkommen sind 19-mal so oft betroffen wie Haushalte mit hohen Einkommen.