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Dürre-Milliarde: Kleine Betriebe absichern, Klimavorsorge stärken

Die extreme Dürreperiode hat rund eine Milliarde Euro Schaden für die Landwirtschaft verursacht. Ein großer Teil davon wird (voraussichtlich) vom Staat finanziert, direkt über die gerade verhandelten Katastrophenhilfen und indirekt, da die Hagelfinanzierung der Landwirt:innen zu 55 Prozent von Bund und Ländern getragen wird. Das Momentum Institut empfiehlt gezielte Soforthilfe nach wirtschaftlicher Bedürftigkeit und eine Investitionsoffensive für Klimaschutz und Klimaanpassung

Hilfe nach Bedarf

Zusätzliche öffentliche Hilfe muss kleinen und mittleren Betrieben mit nachgewiesenem Schaden zugutekommen. Große, profitable Agrarbetriebe, finanzkräftige Gesellschaften und vermögende Grundeigentümer:innen sollen keine pauschalen Rettungszahlungen erhalten. Im bestehenden Fördersystem fließt öffentliches Geld bereits an Unternehmen und Stiftungen wohlhabender Eigentümer:innen. Zugleich kommen viele kleinere Höfe wirtschaftlich kaum über die Runden. Ein weiteres Hilfspaket braucht daher klare Obergrenzen, eine Prüfung der wirtschaftlichen Bedürftigkeit und vollständige Transparenz über die Empfänger.

Klimainvestitionen senken die nächste Rechnung

Akute Unterstützung stabilisiert die betroffenen Betriebe in diesem Sommer. Für die kommenden Jahre braucht Österreich zusätzlich verlässliche Investitionen in Klimaschutz und Klimaanpassung. Eine Analyse des Momentum Instituts zeigt, welche Größenordnung eine Milliarde Euro im Klimaschutz entfalten kann.

Mit diesem Betrag ließen sich alternativ rund 6.000 Kilometer Radwege errichten, etwa 77.000 durchschnittliche Wohneinheiten thermisch sanieren, rund 77.000 Schnellladepunkte für Elektroautos fördern oder etwa 148.000 Wärmepumpen unterstützen. Ebenso könnten 143 moderne Windräder finanziert werden, die rechnerisch rund 458.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Untätigkeit ist teurer als Klimaschutz

„Das Rettungsgeld bezahlt die Rechnung dieses Sommers. Aber nur Klimainvestitionen senken die Rechnung der nächsten Sommer“, sagt Paul Steinmaßl, Klima-Ökonom am Momentum Institut.

Das Momentum Institut empfiehlt, zusätzliche Dürrehilfen auf kleine und mittlere, wirtschaftlich gefährdete Betriebe zu begrenzen und mit klaren Höchstbeträgen auszustatten. Bei unversicherten Schäden braucht es eine besonders strenge Bedürftigkeitsprüfung. Gleichzeitig muss die Bundesregierung einen verlässlichen Investitionspfad für Gebäudesanierung, klimafreundliches Heizen, erneuerbare Energien, öffentliche und aktive Mobilität sowie die Klimaanpassung in der Landwirtschaft vorlegen. Dazu zählen Bodenschutz, Wasserrückhalt und widerstandsfähigere Anbaumethoden.