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Ölpreis fällt, Zapfsäule bleibt teuer: Preisaufschläge belasten Haushalte
Während die Rohölpreise deutlich gesunken sind, bleibt die Entlastung für Autofahrende an der Zapfsäule weitgehend aus. Neue Auswertungen des Momentum Instituts zeigen: Der entscheidende Preistreiber sind weiterhin hohe Aufschläge entlang der Lieferkette. Das fällt in eine Phase, in der viele Haushalte zum Start der Semesterferien am Samstag auf das Auto angewiesen sind. Die Bundesregierung hat zwar eine Spritpreis-Kommission eingesetzt, die am 29. Jänner erstmals zusammentrat. Doch die aktuellen Zahlen zeigen, wie dringend der Handlungsbedarf ist.

“Kanzlerformel”: Wie die Regierung 2-1-0 erreichen kann
Bundeskanzler Stocker hat mit dem 2-1-0 Plan die wirtschaftspolitischen Ziele der Bundesregierung für 2026 ausgegeben: 2 Prozent Inflation, 1 Prozent Wirtschaftswachstum. Dazu kommt, dass das Budgetdefizit bis 2028 auf 3 Prozent sinken soll. Die Regierung wird aus heutiger Sicht ihre Ziele ein Stück weit verfehlen. Das Momentum Institut schlägt im Vorfeld der Rede von Bundeskanzler Stocker am Freitag zur Abhilfe Maßnahmen vor: Ein kleines Konjunkturpaket für mehr Wachstum, weitere preissenkende Maßnahmen gegen die hohen Lebenshaltungskosten, sowie wachstumsschonende Steuererhöhungen gegen das Budgetdefizit.

Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel an Ausgaben der Ärmeren ausrichten
Die Bundesregierung muss für die kommende Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel eine finale Liste mit begünstigten Lebensmitteln erstellen. Ein paar Grundnahrungsmittel werden offensichtlich enthalten sein: Brot, Eier, Kartoffel, usw. In den vergangenen Tagen gab es darüber hinaus Forderungen, was noch alles auf der Liste stehen müsse – ausschließlich heimische Produkte, sämtliches frisches Obst und Gemüse, oder jegliches Fleisch. Das Momentum Institut schlägt ein anderes Kriterium für die erweiterte Auswahl der Produkte vor: Was kaufen ärmere Haushalte tatsächlich häufiger als jene mit hohen Einkommen.

Bis zu 284 Euro Ersparnis: Neuer Verbund-Tarif unterbietet fast alle Landesenergieversorger
Der mehrheitlich staatliche Stromkonzern Verbund hat mit dem angekündigten Österreich-Stromtarif ab März einen neuen, günstigeren Stromtarif in Aussicht gestellt. Mit einem Netto-Arbeitspreis von 9,5 Cent pro kWh soll Strom deutlich günstiger werden. Das Momentum Institut hat die bislang bekannten Konditionen mit den aktuellen Tarifen der Landesenergieversorger verglichen. Die Analyse zeigt: Der neue Verbund-Tarif wird deutlich günstiger als fast alle Landesversorger. Das Momentum Institut empfiehlt einen maximalen staatlichen Strompreis, damit günstiger Strom auch in allen Haushalten und Betrieben ankommt.

Tag der Elementarbildung: Österreich investiert zu wenig in die Bildung der Jüngsten
Anlässlich des Internationalen Tags der Elementarbildung am 24. Jänner hat das Momentum Institut die Ausgaben für elementare Bildung im europäischen Vergleich analysiert. Die Analyse zeigt, dass Österreich für die Bildung und Betreuung der jüngsten Kinder deutlich weniger Geld in die Hand nimmt als viele andere europäische Länder.

Industriestrategie: Gute Ansätze, aber ohne Antworten auf große Fragen
Das Momentum Institut sieht in der neuen Industriestrategie der Bundesregierung sinnvolle Einzelmaßnahmen, aber gravierende strategische Lücken. Positiv bewertet werden die stärkere Fokussierung der Forschungs- und Unternehmensförderung auf Schlüsseltechnologien und deren Firmen-Ökosystem sowie neue Instrumente wie der geplante Scale-up-Fonds, um neuen Unternehmen mit Finanzbedarf Geld zu verschaffen. Gleichzeitig fehlen zentrale Antworten auf Nachfrage, Energiepreise, internationale Konkurrenz und Finanzierung.

Regierungsklausur: Preisdämpfende Maßnahmen bringen Ersparnis
Die Bundesregierung greift endlich stärker in die Preise bei Lebensmitteln und Energie ein. Die Mehrwertsteuersenkung entlastet ärmere Haushalte relativ zum Einkommen stärker. Die Strompreise werden gesenkt, beide Maßnahmen zusammen bringen durchschnittlichen Haushalten, die zum Verbund wechseln, im Jahr rund 325 Euro Ersparnis, wie das Momentum Institut berechnet hat.

Fehlender Teuerungsausgleich: Familien und Arbeitslose verlieren stark an Kaufkraft
Mit 1. Jänner 2026 setzt die Bundesregierung die Inflationsanpassung zahlreicher Sozialleistungen für zwei Jahre aus. Betroffen sind Familienleistungen wie Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld und Kinderabsetzbetrag. Leistungen, die in den letzten zwei Jahrzehnten ohnehin an Kaufkraft verloren haben. Das Arbeitslosengeld und die Notstandshilfe wurden gar nicht erst in den jährlichen Anpassungsmechanismus aufgenommen.

Teuerung bleibt 2026 strukturelles Problem
Auch 2026 wird es in Österreich teurer. Die aktuelle Übersicht von bereits absehbaren Preisentwicklungen zeigt: Während einzelne staatliche Abgaben sinken, steigen auch im kommenden Jahr jene Kosten weiter, die für das Leben unverzichtbar und alternativlos sind: Wohnen, Energie, Mobilität und Lebensmittel. Das zeigt eine Analyse des Momentum Instituts.

Stellenabbau: Österreich-Karte gibt Überblick über landesweiten Job-Abbau
Eine neue Auswertung des Momentum Instituts zeigt: Der Stellenabbau 2025 ist kein punktuelles Problem einzelner Regionen, sondern zieht sich durch ganz Österreich. Die Karte der in Medienmeldungen dokumentierten Fälle von angekündigtem Stellenabbau und größeren Insolvenzen macht sichtbar, dass Jobverluste gleichzeitig in industriellen Zentren, bei Zulieferern sowie in Handel und Dienstleistungen auftreten. Damit verdichtet sich der Eindruck einer breiten konjunkturellen Schwäche, die sich längst am Arbeitsmarkt niederschlägt.

Elektrizitätsabgabe: Ohne Preiseingriffe bleibt Strom teuer
Die Bundesregierung senkt ab 2026 die Elektrizitätsabgabe auf Strom. Die Maßnahme reicht nicht aus, um die massiv gestiegenen Strompreise nachhaltig zu dämpfen, wie eine Analyse des Momentum Instituts zeigt. Deutlich günstiger wird Strom nur dort, wo die Bundesregierung in die Preise eingreift – etwa mit einem Sozialtarif.

KORREKTUR: Teuerung: Österreich hat ein Mietpreisproblem – Befristungen verdoppelt
KORREKTUR: DER TITEL IN DER ERSTEN GRAFIK WURDE KORRIGIERTDie Mieten in Österreich stiegen mehr als dreimal so stark wie in Deutschland, wie eine Analyse des Momentum Instituts zeigt. Die Kurven der beiden Länder laufen seit Jahren auseinander – seit Beginn der Hochinflationsphase 2022 noch drastischer. Weiters verschiebt sich die Tendenz immer mehr hin zur befristeten Vermietung von Wohnraum – das befeuert die prekäre Situation für Mietende weiter. Die Denkfabrik empfiehlt Wohnraum nur noch in konkreten Situationen – etwa bei Eigenbedarf oder Sanierung – befristet zu vermieten und bei der Mietpreisbremse noch nachzujustieren.

