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Weltspartag: Ordentliche Sparzinsen nur mit Befristung

Die Sparzinsen der Banken bleiben längerfristig mickrig. Attraktive Sparangebote zum Weltspartag laufen nach ein paar Monaten aus und fallen fast auf Nullzinsen zurück. Das zeigt ein Vergleich der Angebote zum Weltspartag, des Momentum Instituts. Die Denkfabrik empfiehlt der Bundesregierung, ein Sparbuch mit gesetzlichen Mindestzinsen einzuführen, damit Sparer:innen wieder langfristig ansparen können.

Die Sparzinsen der Banken bleiben längerfristig mickrig. Attraktive Sparangebote zum Weltspartag laufen nach ein paar Monaten aus und fallen fast auf Nullzinsen zurück. Das zeigt ein Vergleich der Angebote zum Weltspartag, des Momentum Instituts. Die Denkfabrik empfiehlt der Bundesregierung, ein Sparbuch mit gesetzlichen Mindestzinsen einzuführen, damit Sparer:innen wieder langfristig ansparen können.

Bestehende Kund:innen mit täglich fälligen Guthaben bei Banken erhalten derzeit im Schnitt nur 0,45 Prozent Zinsen. Handelt es sich exklusiv um Sparguthaben, sind es mit 0,7 Prozent nur geringfügig mehr (August 2026). Spielraum für mehr wäre da: Die Geschäftsbanken selbst bekommen bei der Notenbank für ihr Guthaben jedoch 2,5 Prozent (September 2026) und damit mehr als 3-mal so viel für täglich fälliges Geld, als sie ihrer eigenen Kundschaft weitergeben. Lediglich für Guthaben mit Bindungsfrist gibt es für Sparerende 1,44 Prozent Zinsen (unter zwei Jahre Bindung) und 1,75 Prozent (Bindung über zwei Jahre), bei denen das Geld nur mit einer Strafzahlung vorzeitig abgehoben werden kann.

Mogelpackung zum Weltspartag: Hohe Zinsen nur auf Zeit

Rund um den Weltspartag bieten viele Banken zeitlich limitierte Sparangebote an. Das Momentum Institut hat jene der großen Banken ausgewertet (Erste Bank, Bank Austria, BAWAG, Raiffeisen Wien, Volksbank Wien, Oberbank, BKS). Diese werben mit attraktiven Zinssätzen zwischen 2 und 3,1 Prozent. Die Oberbank bietet mit 3,1 Prozent den höchsten Zinssatz für 20 Monate. Die Bank Austria bietet den niedrigsten Zinssatz zu 2 Prozent mit sechs Monaten. Die meisten Angebote liegen bei 3 Prozent, die Laufzeit beträgt zwischen 3 und 20 Monaten. Doch alle Vereinbarungen haben gemeinsam: Sie laufen aus. Danach fallen die Zinssätze auf 0,01 Prozent zurück.

Im ersten Halbjahr 2026 verzeichneten die Geschäftsbanken Rekordgewinne, die mit enormem Abstand die Halbjahresgewinne der Vorjahre in den Schatten stellen – die Banken haben also genug, um anständige Zinsen zu zahlen.

Rückkehr zum alten Sparbuch gesetzlich vorschreiben

Rückkehr zum alten Sparbuch gesetzlich vorschreiben

Ein dauerhafter Vermögensaufbau oder ein Werterhalt des Notgroschens mittels Zinsen auf das Ersparte ist schwer, wenn die Zinsen dauerhaft niedrig bleiben. Erst kürzlich hat die Bundesregierung ein gefördertes Zukunftsdepot für Veranlagungen für Kinder bekannt gegeben. Die meisten Menschen sparen jedoch auf ihren Sparkonten, weil sie das Geld im Notfall selbst brauchen.

Das Momentum Institut empfiehlt der Bundesregierung daher, ein täglich fälliges Sparbuch mit gesetzlichen Mindestzinsen einzuführen. Vorbild ist das französische Vorzugssparbuch. Auch in der Vergangenheit hatten Sparbücher in Österreich noch ordentliche Zinsen. Weil die Banken diese nicht mehr von selbst anbieten, müsse die Politik dafür sorgen. „Für Gering- und Mittelbezahlte ist die Veranlagung in Aktien nicht sinnvoll, weil sie ihr Guthaben für Notfälle benötigen. Dafür braucht es ein täglich fälliges Sparbuch mit stabilen Zinsen, das die Teuerung angemessen ausgleicht“, sagt Oliver Picek, Chefökonom am Momentum Institut.