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Weltüberlastungstag: Am 2. April ist Österreichs Ressourcen-Budget verbraucht

Der österreichische Tag der Erdüberlastung (Earth Overshoot Day) fällt dieses Jahr auf den 2. April. Bereits nach dem ersten Quartal hat Österreich damit so viele Ressourcen verbraucht, wie nachhaltig für das ganze Jahr verfügbar wären. Würde die gesamte Weltbevölkerung auf Österreichs Niveau leben, bräuchten wir vier Planeten. In den 1960er Jahren hätte noch knapp mehr als eine Erde gereicht.

Ressourcenverbrauch in Österreich 3,5-mal so hoch wie vor 60 Jahren. Diese Grafik des Momentum Instituts zeigt die Anzahl der verbrauchten Erden, im Zeitverlauf von 1961 bis 2024.

Österreich beim Erdüberlastungstag unter EU-Schlusslichtern

Österreich steht mit Anfang April auch im internationalen Vergleich schlecht da. In der EU verbrauchen nur Luxemburg, Dänemark, Litauen und Finnland schneller jene Ressourcen, die der Planet innerhalb eines Jahres zur Verfügung stellen kann. Auffallend ist, dass Österreichs direkte Nachbarn mit ihren Ressourcen sparsamer umgehen: Die Schweiz, Deutschland, die Slowakei und Italien etwa begehen den Erdüberlastungstag nicht vor Anfang Mai. Im Durchschnitt schaffen es die EU-Länder mit ihrem nachhaltigen Ressourcen-Budget bis zum 3. Mai, also einen Monat länger als Österreich.

Der globale Erdüberlastungstag fällt dieses Jahr auf den 24. Juli. Am spätesten erreicht Honduras seinen Country Overshoot Day. Das zentralamerikanische Land verbraucht sein Ressourcen-Budget erst am 27. November. Am schlechtesten schneidet Katar ab. Würde die Weltbevölkerung auf diesem Niveau leben, wären die nachhaltigen Ressourcen der Erde in nur 35 Tagen verbraucht.

Earth Overshoot Day 2026: Österreichs Jahreskontingent an Ressourcen bereits Anfang April aufgebraucht. Diese Grafik des Momentum Instituts zeigt Österreich im Vergleich mit anderen EU- und Nicht-EU-Ländern. Zu sehen ist auch der globale bzw. Der EU-weite Durchschnitt.

„Österreich gehört zu den Schlusslichtern in der EU. Gleichzeitig steht die Bundesregierung in der Klimapolitik auf der Bremse. Dabei zeigen uns internationale Krisen wie der Iran-Krieg jeden Tag, wie teuer unser hoher Rohstoffverbrauch und speziell die Abhängigkeit von Öl und Gas sind“, so Paul Steinmaßl, Ökonom am Momentum Institut.

Maßnahmen zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs gäbe es viele. Tempo 100 statt 130 km/h auf der Autobahn senkt den Kraftstoffverbrauch pro 100 Kilometer im Schnitt um 22,6 Prozent. Ein Tempolimit ist schnell umsetzbar und stellt keine Belastung für das Budget dar. Auch ein Verbot von Privatjet- und Kurzstreckenflügen würde Emissionseinsparungen bringen. Im Wohnbereich sind die thermische Sanierung und der Heizkesseltausch wichtig, die entsprechenden Förderungen wurden entgegen der Notwendigkeit zusammengekürzt. Besonders aktuell ist der Ausbau der erneuerbaren Energie. Öl- und Gasimporte sind nicht nur klimaschädlich, sie gehören auch zu den maßgeblichen Preistreibern in Österreich.

Anmerkung: Dass der österreichische Erdüberlastungstag dieses Jahr um 4 Tage später stattfindet als 2025 liegt nicht am sinkenden Rohstoffverbrauch, sondern an einer technischen Änderung in der Methodik des Overshoot Footprint Networks.