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Volle Pensionsanpassung für kleine Pensionen unabdingbar

Die Bundesregierung hat die Pensionsanpassung für 2027 bekannt gegeben. Das Momentum Institut hat berechnet, wer brutto wie viel Pensionsanpassung bekommt, und wie viel zum vollen Ausgleich der Teuerung fehlt. Die Denkfabrik empfiehlt einen vollen Inflationsausgleich für alle Pensionist:innen, zumindest aber müssen kleine und mittlere Pensionen unter 3.000 Euro vollumfänglich angepasst werden.

Bei allgemeiner Pensionanpassung unter der Inflation gibt es auch bei niedrigen Pensionen Kaufkraftverlust. Die Grafik zeigt den Fehlbetrag zum vollen Inflationsausgleich durch die von der Regierung festgelegte Pensionsanpassung in Höhe von 2,95 Prozent nach Bruttopensionseinkommen.

Die Bundesregierung erhöht die Pensionen um 2,95 Prozent und damit unter der voraussichtlichen Teuerung von 3,3 Prozent. Eine Ausnahme sind die „Mindestpensionist:innen“ mit Ausgleichszulage. Sie erhalten 3,3 Prozent und damit den vollen Teuerungsausgleich. Das betrifft 111.165 Personen (Stand 2024) bzw. jede 20. Pensionist:in, darunter doppelt so viele Frauen wie Männer. Menschen mit sehr hohen Pensionen (über der Höchstbeitragsgrundlage von 6.930 Euro monatlich) erhalten einen Fixbetrag von 204,44 Euro. Das betrifft circa 35.000 Personen bzw. jede 63. Pensionist:in, darunter 3-mal mehr Männer als Frauen. Sie erhalten damit weniger als 2,95 Prozent – umso höher die Pension, umso geringer fällt die prozentuelle Anpassung aus. Damit enthält die Pensionsanpassung eine minimale, aber sehr dürftige soziale Staffelung.

“Ein voller Inflationsausgleich wäre möglich gewesen, die Regierung hätte nicht auf den Rücken von Pensionierten sparen müssen. Dass jetzt auch nicht einmal eine wirkliche soziale Staffelung geplant ist, erhöht den finanziellen Druck auf kleine und mittlere Pensionen massiv”, so Miriam Frauenlob, Ökonomin am Momentum Institut.

Kein voller Teuerungsschutz für kleine Pensionen bedenklich

Werden die Pensionen, wie von der Regierung heute vorgesehen, angepasst, ist der Kaufkraftverlust für etliche Pensionist:innen beträchtlich. Eine:r Pensionist:in mit durchschnittlicher Pension (1.949 Euro brutto im Monat) fehlen 95 Euro jährlich auf den vollen Teuerungsausgleich. Dieser Betrag fehlt auch bei jeder zukünftigen Pensionsanpassung. Eine Frau mit durchschnittlichem Pensionsbezug verliert brutto jährlich 74 Euro und. Bei einem Mann mit Durchschnittspension verursacht die Pensionserhöhung unter der Inflation einen Kaufkraftverlust von 124 Euro jährlich. Beziehenden von einer überdurchschnittlich hohen Pension mit 4.000 Euro monatlich fehlen künftig 196 Euro im Jahr. Ein:e Pensionist:in mit 1.350 Euro Pension, also wenige Euro über der Grenze der Ausgleichszulage, fällt um 66 Euro jährlich um.

Nicht vollständige Pensionsanpassung reduziert Kaufkraft von Durchschnittspension. Anstieg der Bruttopension 2027 aufs ganze Jahr gerechnet.

“Dass die soziale Staffelung quasi bei der Ausgsleichzulage anfängt und wieder aufhört, ist sehr bedenklich. Pensionierte, die mit ihrem Pensionseinkommen wenige Euro über dem Schwellwert liegen, werden erhebliche Kaufkraftverluste erleiden. Und das auch noch in einer ohnehin sehr angespannten Situation durch die steigende Inflation, gerade bei den lebensnotwendigen Posten wie Wohnen, Essen oder Energie”, so Frauenlob abschließend.