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Verbund: Seit 2022 3,8 Milliarden Euro Übergewinne

Am Donnerstag veröffentlichte Österreichs größter Stromerzeuger, die Verbund AG seinen Konzernbericht für 2024. Der Stromerzeuger verbucht seit Ausbruch der Energiekrise insgesamt 3,8 Milliarden Euro an Übergewinnen. Nach mehrjährigen zufälligen Rekordgewinnen führt der Stromkonzern allerdings nur 3,55 Prozent seiner Übergewinne durch Abschöpfung ab, wie eine Auswertung des Momentum Instituts zeigt.

Verbund: Seit 2022 3,8 Milliarden Euro Übergewinne

Am Donnerstag veröffentlichte Österreichs größter Stromerzeuger, die Verbund AG, seinen Konzernbericht für 2024. Der Stromerzeuger verbucht seit Ausbruch der Energiekrise insgesamt 3,8 Milliarden Euro an Übergewinnen. Nach mehrjährigen zufälligen Rekordgewinnen führt der Stromkonzern allerdings nur 3,55 Prozent seiner Übergewinne durch Abschöpfung ab, wie eine Auswertung des Momentum Instituts zeigt.

“2024 hat der Verbund bereits nach drei Quartalen mit 1,4 Milliarden Euro den doppelten Gewinn gemacht wie durchschnittlich in den Vorkrisenjahren (2018 – 2021) für ein ganzes Jahr üblich (0,7 Milliarden Euro)”, erläutert Leonard Jüngling, Ökonom am Momentum Institut. Insgesamt verbucht der Stromerzeuger für 2024 einen Nettogewinn in Höhe von 1,9 Milliarden Euro, der im Vergleich zum Vierjahresschnitt um 178 Prozent höher ist. Im Vergleich zum Vierjahresschnitt schossen die Nettogewinne bereits 2022 um 155 Prozent, sowie 2023 mit 2,26 Milliarden Euro um mehr als das Dreifache (+236 Prozent) nach oben.

Übergewinne des Verbunds sprudeln weiter. Konzernergebnis 2ß24 beträgt mehr als das 2,5-fache gegenüber Vierjahresschnitt.

Vergleicht man das Verbund-Ergebnis der Jahre 2022, 2023 und 2024 mit dem Vierjahresschnitt vor den außergewöhnlichen Preisanstiegen (2018-2021), ergeben sich Übergewinne in Milliardenhöhe. So verbucht das Energieunternehmen eine Milliarde Euro für 2022, 1,6 Milliarden für 2023 und 1,2 Milliarden Euro für das vergangene Geschäftsjahr. Seit dem Ausbruch der Energiekrise ergeben sich kumuliert Übergewinne in Höhe von 3,8 Milliarden Euro.

Laut Konzernbericht zahlte der Verbund 33,5 Millionen Übergewinnsteuer für 2022, für 2023 95,1 Millionen, und für 2024 nur noch 7,7 Millionen Euro. Insgesamt beläuft sich die Gewinnabschöpfung seit 2022 auf 136 Millionen Euro, wobei dieser Betrag sowohl Abgaben in Österreich als auch in anderen Ländern, etwa Deutschland umfasst.

“Die enormen Übergewinne des Verbunds von 2022 bis 2024 in der Höhe von 3,8 Milliarden Euro, stellen die Abgaben durch die Übergewinnsteuer in Höhe von 136 Millionen in den Schatten. Gerade einmal 3,55 Prozent ihrer Übergewinne führen sie ab – die Übergewinne betragen aber das 28-fache davon”, so Jüngling weiter.

Nur ein Bruchteil der Übergewinne wird abgeschöpft. Verbund-Übergewinne und Gewinnabschöpfung 2022 bis 2024.

Zufällige Krisengewinne abschöpfen ist zentral, damit eine Übergewinnsteuer aber ordentlich greift, darf sie nicht zahnlos ausgestaltet sein. Allein das Beispiel der Verbund AG zeigt, wie wenig von den enormen Übergewinnen durch den schlecht ausgestalteten Energiekrisenbeitrag tatsächlich abgeschöpft wurde.

Die neue Regierung hat bei den Abgabengrenzen nun zwar nachgebessert: Die Erlösobergrenze, ab der dann abgeschöpft wird, wird von 120 auf 90 Euro je Megawattstunde gesenkt und die Abschöpfungsrate wird von 90 Prozent der Übergewinne auf 95 Prozent erhöht. Um den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung reibungslos zu gewährleisten, reicht laut Branchenexpert:innen ein durchschnittlicher Strompreis von 65 Euro pro Megawattstunde. Das Momentum Institut empfiehlt daher bei der Abschöpfungs-Grenze erneut nachzuschrauben, um einen effektiveren Beitrag der Energieunternehmen zu erzielen.

 

Übergewinn ist definiert als Nettogewinn abzüglich des jährlichen Gewinns im Vierjahresschnitt (2018-2021).