Statement zu "Arbeiten im Alter"

Statement des Momentum Instituts zu "Arbeiten im Alter"

Von der Steuerbegünstigung fürs „Arbeiten im Alter“ werden vor allem Besserbezahlte etwas haben. Fast jede:r zweite Selbstständige und im Familienbetrieb Mithelfende arbeitet nach Pensionsantritt noch weiter. Unter Angestellten ist es knapp jede:r Vierte, unter Arbeiter:innen knapp jede:r Siebente.

Steuervorteile für „Arbeiten im Alter“ begünstigt Selbstständige und Hochqualifizierte. Anteil der Pensionist:innen, die in der Pension weiterarbeiten.

Nach Ausbildung zeigt sich ein ähnliches Bild. Unter Universitätsabsolvent:innen mit im Durchschnitt höheren Stundengehältern arbeitet knapp einer von drei nach Pensionsantritt weiter. Unter Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss ist es nur jede:r Neunte.

„Die Bundesregierung verteilt mit der Steuerbegünstigung „Arbeiten im Alter“ 370 Millionen Euro überwiegend an Besserbezahlte. In Zeiten knapper Kassen und hoher Teuerung ist für ein Steuerzuckerl für Besserbezahlte im Budget kein Platz“, sagt Oliver Picek, Chefökonom am Momentum Institut.

Das Momentum Institut empfiehlt zumindest, die Evaluierung der Maßnahme vorzuziehen. Nicht erst 2030, sondern schon ab nächstem Jahr. Wenn sich die Maßnahme nicht rasch selbst finanziert, sollte das Steuerzuckerl frühzeitig abgeschafft werden. Dafür müssten sehr viele Menschen zusätzlich weiterarbeiten, sodass die hohen Steuerausfälle von 370 Millionen Euro ausgeglichen werden.

Das Geld wäre besser investiert, um die steigende Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Unter Männern kurz vor dem Pensionsantritt ist die Arbeitslosenquote doppelt so hoch wie unter zehn Jahre jüngeren Männern. Die Arbeitslosenquote von Frauen knapp vor dem Pensionsantritt steigt seit der Angleichung des Pensionsantrittsalters an jenes der Männer ebenfalls rasch an.

Je älter, umso weniger Chancen auf einen neuen Job. Arbeitslosenquote in Prozent nach Alter von Männern und Frauen. Bei beiden Geschlechtern sind die Arbeitslosenquoten ein Jahr vor dem gesetzlichen Pensionsantritt am höchsten - bei Männern mit 64 Jahren und bei Frauen bei 60 Jahren.