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Statement anlässlich betrieblicher Zusatzpension
Statement anlässlich der Reform der betrieblichen Zusatzpension
Angesichts der heute präsentieren Reform der betrieblichen Zusatzpensionen warnt das Momentum Institut vor dem Ersetzen der staatlichen Pensionen durch betriebliche und private Pensionen.
Betriebliche und private Pensionen sind teuer und ineffizient, weil ein beträchtlicher Anteil der Pensionsbeiträge der Versicherten jährlich für Verwaltungskosten bezahlt werden muss: Der FMA zufolge sind es 6,5 Prozent bei Vorsorgekassen, 6,9 Prozent bei betrieblichen Pensionskassen. Die staatliche Pensionsversicherung wirtschaftet dagegen viel sparsamer mit nur 1,3 Prozent an Verwaltungskosten.
Wenn die Veranlagung am Kapitalmarkt bereits mit so hohen Verwaltungskosten beginnt, bleibt weniger Ertrag für die Versicherten übrig.
"Rund neun Millionen Euro Gewinn haben die betrieblichen Pensionskassen 2024 an ihre Eigentümer:innen ausgeschüttet. Das Geld stammt aus den Beiträgen der Versicherten. Noch mehr zu Buche schlagen sich allerdings Kosten für Fonds von Banken und Finanzinstituten. Auch die müssen die Versicherten bezahlen. Im öffentlichen Pensionssystem gibt es diese versteckten Kosten nicht, die die Pensionen schlussendlich schmälern", sagt Oliver Picek, Chefökonom am Momentum Institut
Dazu kommt: Betriebliche und private Pensionen können staatliche Pensionen nicht ersetzen, weil sich nicht jede:r eine ausreichende betriebliche oder private Pension leisten kann. Unter Geringbezahlten hat nur jede:r Siebente eine private Pension, unter Topbezahlten aber jede:r Zweite. Zahlen zur Verteilung betrieblicher Pensionen liegen nicht vor. Die Einkommenungleichheit zwischen Arm und Reich würde sich deutlich verschärfen, wenn private und betriebliche Pensionen die staatliche Pension zunehmend ersetzen. Auch gegen Altersarmut - vor allem bei Frauen - hilft die betriebliche Pension nicht. Nur gut ein Viertel des veranlagten Vermögens in Betriebspensionen gehört Frauen.