- Momentum News
- Posts
- re:publica Vienna: Digitale Macht ist politische Macht
re:publica Vienna: Digitale Macht ist politische Macht
Europas wichtigstes Festival für die digitale Gesellschaft kommt am 2. und 3. Oktober erstmals nach Wien. Das Momentum Institut organisiert und kuratiert die Premiere als lokaler Host gemeinsam mit der re:publica Berlin. Das Programm ist ab sofort online, Presseakkreditierungen sind bis 28. September möglich.
In einem Monat feiert die re:publica Vienna ihre Premiere. Am 2. und 3. Oktober wird das Kulturhaus Brotfabrik in Wien zum Treffpunkt für Debatten über digitale Macht, Demokratie, Medien, Künstliche Intelligenz und gesellschaftlichen Wandel.
Das Programm der ersten re:publica Vienna bringt Stimmen aus Journalismus, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Technologie und Aktivismus zusammen.
Palantir, Überwachung und die Macht über unsere Daten
Mit Aya Jaff kommt eine Autorin und Unternehmerin nach Wien, die aus eigener Erfahrung weiß, wie die Tech- und Finanzwelt funktioniert und inzwischen deren Machtstrukturen seziert. Jetzt nimmt Jaff jene Tech-Eliten ins Visier, die sich gern als Regelbrecher und Fortschrittspioniere inszenieren, während sich wirtschaftliche Macht, Daten und digitale Infrastruktur bei immer weniger Konzernen konzentrieren. Damit führt sie mitten in eine der zentralen Debatten der re:publica Vienna.
Wie weit (auch) staatliche Überwachung mit digitalen Technologien bereits reicht, ist einer der Schwerpunkte des Programms. Die Informatikerin und Autorin Constanze Kurz vom Chaos Computer Club analysiert den Einsatz automatisierter Datenanalysen mit Software des US-Konzerns Palantir. Corinna Milborn beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz, Massenüberwachung und Demokratie.
Wer hat die Macht im Netz?
Josephine Ballon, Geschäftsführerin der Organisation HateAid, spricht über den Konflikt zwischen europäischer Plattformregulierung, US-amerikanischen Tech-Interessen und dem Schutz vor digitaler Gewalt. Ballon und HateAid gerieten selbst ins Visier der US-Regierung. Ihr Fall zeigt, wie schnell der Streit um Regeln für Plattformen zu einem politischen Machtkampf wird.
Die Autorin und Digitalexpertin Ingrid Brodnig untersucht, wie Algorithmen und Produktdesign von TikTok, Instagram und anderen Plattformen unser Verhalten und den öffentlichen Diskurs beeinflussen. Ihre zentrale Frage: Wie könnten soziale Netzwerke aussehen, wenn demokratische Interessen bei ihrer Gestaltung stärker wiegen würden?
Journalismus zwischen Plattformlogik und Demokratie
Auch die Zukunft der Öffentlichkeit zieht sich durch das Programm. Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary hält ein Plädoyer für öffentlich-rechtliche Medien und ihre Rolle in demokratischen Gesellschaften. Medienkritikerin Nadia Zaboura fragt, wie sich Journalismus gegen politische und ökonomische Angriffe behaupten kann.
Auch der Journalist, Jurist und Autor Ronen Steinke nimmt eine der umkämpftesten Debatten der Gegenwart in den Blick. Er beschäftigt sich mit der Frage, wo legitimer Schutz vor Hass und Bedrohung endet und wo staatliche Eingriffe selbst zum Problem für offene gesellschaftliche Debatten werden.
Melisa Erkurt fragt, wie Journalismus junge Menschen erreichen kann, die klassische Nachrichtenangebote längst verloren haben. Im Mittelpunkt stehen dabei auch junge migrantische Männer, die in Medien häufig als Problem beschrieben werden und viel seltener als Publikum vorkommen.
Weitere Sessions beschäftigen sich mit Faktenchecks und Desinformation, rechten Mediennetzwerken, Informationsfreiheit, Netzneutralität und der Frage, wie Journalismus im Zeitalter generativer KI glaubwürdig bleiben kann. Hier geht es zum gesamten Programm.
Starke Partner:innen für die digitale Gesellschaft
Die erste re:publica Vienna wird von einem breiten Netzwerk aus öffentlichen Institutionen, Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft ermöglicht. Zu den Partnern zählen unter anderem die Erste Bank Group, die Oesterreichische Nationalbank (OeNB), der Wiener Arbeitnehmer:innen Förderungsfonds (waff), die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR), Wikimedia Österreich, das Netzwerk Wissenschaft der Arbeiterkammer Wien, Okto Community TV und das Kulturhaus Brotfabrik. Die Bandbreite der Partner spiegelt damit auch die Themen des Festivals wider.
Presseakkreditierung
Du bist Presse-Vertreter:in und möchtest an der ersten re:publica Vienna teilnehmen? Dann schick uns deine Akkreditierungsanfrage (inklusive deiner Kontaktdaten und Infos zum Medium, für das du eine Berichterstattung über die Veranstaltung planst) bis zum 28.9. per E-Mail an: [email protected]