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Ministerien-Check: Finanzministerium mächtigstes Ressort – große Unterschiede in der Gestaltungsmacht der Ministerien
Wer hält in der neuen Regierung die stärksten Karten in der Hand? Das Momentum Institut hat mit dem Ministerien-Check 2025 erneut umfassend analysiert, welche Minister:innen den größten politischen Einfluss haben. Ergebnis: Das Finanzministerium ist das mit Abstand mächtigste Ressort – während andere Ministerien trotz großer Budgets kaum Gestaltungsspielraum haben.
Ministerien-Check: Finanzministerium mächtigstes Ressort – große Unterschiede in der Gestaltungsmacht der Ministerien
Wer hält in der neuen Regierung die stärksten Karten in der Hand? Das Momentum Institut hat mit dem Ministerien-Check 2025 erneut umfassend analysiert, welche Minister:innen den größten politischen Einfluss haben. Ergebnis: Das Finanzministerium ist das mit Abstand mächtigste Ressort – während andere Ministerien trotz großer Budgets kaum Gestaltungsspielraum haben.
Zur Methodik:
Der Machtindex des Momentum Instituts misst den politischen Einfluss der Ministerien anhand von zehn objektiven und qualitativen Kriterien – darunter Budgetgröße, Personal, öffentliche Aufmerksamkeit, Gestaltungsspielraum und europapolitischer Einfluss. Das Ziel: Eine fundierte Einschätzung darüber, wer in der Regierung tatsächlich gestalten kann und wo politischer Einfluss begrenzt ist.
Das Finanzministerium unter Markus Marterbauer (SPÖ) führt das Ranking mit 7,75 von 10 Punkten an. Seine Schlüsselrolle in der Sparpolitik macht es zur Schaltzentrale der Regierung. Es legt nicht nur die Budgets aller anderen Ressorts fest, sondern verhandelt auch mit der EU über wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Wer das Geld verwaltet, bestimmt, was politisch möglich ist.
Ein weiteres zentrales Ergebnis: Die SPÖ hat sich in den Koalitionsverhandlungen überproportional viel Einfluss gesichert. Während die ÖVP an Macht verliert, führt die SPÖ nun die finanziell und personell stärksten Ministerien – darunter Finanzen, Soziales und Infrastruktur. Die NEOS konnten ihre Position ebenfalls stärken, vor allem durch das Bildungsministerium. „Wer strategisch gut verhandelt, kann sich mehr Einfluss sichern, als das Wahlergebnis nahelegen würde“, so Oliver Picek, Chefökonom am Momentum Institut.
Die Analyse zeigt auch, dass hohe Budgets nicht automatisch großen Gestaltungsspielraum bedeuten. Das Bildungsministerium etwa verwaltet mit 11,6 Milliarden Euro das dritthöchste Budget, doch 90 Prozent der Mittel sind fix für Gehälter und Mieten gebunden. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) hat daher wenig Spielraum für Reformen. Ähnlich geht es Innenminister Gerald Karner (ÖVP): Sein Ressort hat mit 39.500 Bediensteten das größte Personal, aber viele sicherheitspolitische Entscheidungen fallen auf Länderebene.
„Der Ministerien-Check zeigt klar, dass Macht nicht nur eine Frage des Budgets ist“, sagt Picek. „Manche Ministerien haben riesige Mittel, können sie aber kaum flexibel einsetzen – während andere mit kleineren Budgets große Gestaltungsspielräume haben.“
Das Außenministerium hat einen hohen symbolischen Stellenwert, aber wenig faktische Macht. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) vertritt Österreich auf internationaler Bühne, kann aber innenpolitisch kaum Schwerpunkte setzen.
Der vollständige Ministerien-Check 2025 mit allen Zahlen, Bewertungen und Methodik steht hier zur Verfügung.