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Kaliforniens Milliardärssteuer kann 9,2 Milliarden Euro für Österreich bringen

Anlässlich der aktuellen Abstimmung zu der Milliardärssteuer Proposition 40 in Kalifornien hat das Momentum Institut berechnet, welche Auswirkungen eine vergleichbare Vermögensteuer in Österreich hätte. Das Ergebnis: Bereits ein winziger Anteil des bestehenden Reichtums von den Extremreichen im Land generiert ein beträchtliches Volumen.

Proposition 40 in Kalifornien sieht eine einmalige 5-Prozent-Vermögensteuer auf das weltweite Nettovermögen von Personen mit über 1 Milliarde US-Dollar vor, die am 1. Januar 2026 in Kalifornien lebten, wobei 90 Prozent der Einnahmen für staatliche Gesundheitsprogramme für einkommensschwache Bürger:innen zweckgebunden sind.

Die österreichische „trend"-Reichenliste zählt aktuell 53 Vermögen von mindestens einer Milliarde Euro. Zusammen ergeben diese rund 184 Milliarden Euro. Eine einmalige Abgabe von fünf Prozent darauf ergäbe rechnerisch gut 9,2 Milliarden Euro Steuereinnahmen.

9,2 Milliarden Euro potenzielles Steueraufkommen für Österreich durch eine Vermögensteuer nach kalifornischem Beispiel. Diese Tortengrafik des Momentum Instituts zeigt, dass eine 5-prozentige Besteuerung aller Milliarden-Vermögen (insgesamt 184 Milliarden Euro) in Österreich ein Aufkommen von 9,2 Milliarden Euro generieren könnte.

„Prop 40 in Kalifornien zeigt: Eine einmalige Vermögensabgabe wäre kein Schlag ins Wasser, sondern ist ein Weckruf für Österreich: Vermögensteuern funktionieren und die Einnahmen daraus können maßgeblich zu Verbesserungen für die Gesellschaft beitragen“, erläutert Barbara Schuster, stellvertretende Chefökonomin am Momentum Institut.

Extremreiche bleiben trotzdem extrem reich

Die Analyse zeigt weiters deutlich: Selbst nach einer fünfprozentigen Abgabe blieben 49 der 53 Milliardärsfamilien in Österreich weiterhin Milliardäre. Die sogenannten „ärmsten" dieser Gruppe hätten nach der Steuer immer noch 950 Millionen Euro Vermögen. „Es geht also nicht um Existenzbedrohung, sondern um eine faire Beteiligung. Diese Steuer würde niemanden aus dem Geschäft bringen, aber gleichzeitig massive Mittel für öffentliche Aufgaben freisetzen", so Schuster weiter.

Geerbter Reichtum dominiert

Außerdem ist ein Großteil der Milliardärsfamilien in Österreich durch Erbschaft zu ihrem Vermögen gekommen – 83 Prozent gegenüber lediglich 17 Prozent Unternehmertum. Dies stellt die Frage nach der gerechten Besteuerung von Vermögen im Vergleich zur Besteuerung von Arbeit neu in den Fokus.

„83 Prozent der Milliardärsvermögen in Österreich sind geerbt, nicht verdient. Das wirft die Frage auf, ob Erbschaft statt dem Leistungsprinzip weiter unser Steuersystem prägt. Warum sonst zahlen Erb:innen weniger Steuern als Beschäftigte? Weil es das Gesetz aktuell scheinbar so will – nicht, weil es gerecht ist“, gibt Schuster abschließend zu bedenken.

Hintergrund zur Analyse:
Die Berechnung dient als grobes Beispiel. Für eine belastbare Einnahmenschätzung müssten Familienvermögen auf einzelne Personen aufgeteilt sowie Steueransässigkeit und rechtliche Rahmenbedingungen detailliert geprüft werden. Dennoch verdeutlicht die Szenario-Rechnung, wie viel Geld bereits ein kleiner Teil an riesigen Vermögen mobilisieren könnte.