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Iran-Krieg: Preisaufschläge für Treibstoff drastisch erhöht
Seit Beginn der Kampfhandlungen im und um den Iran ist der Rohölpreis wieder angestiegen. Mineralölkonzerne haben die Treibstoffpreise direkt rasant erhöht, und zwar deutlich stärker als es die Anstiege der Rohölpreise hergeben. Eine Auswertung des Momentum Instituts zeigt: Rohöl ist im Vergleich zur Vorwoche der Kampfhandlungen um 7 Cent teurer geworden, jedoch ist der Aufschlag für Benzin um 9 Cent und jener für Diesel sogar um satte 21 Cent gestiegen. Die Bundesregierung muss nun rasch handeln und die Preise regeln, damit die Inflation nicht abermals durchrauscht. Die aktuellen Zahlen zeigen, wie dringend der Handlungsbedarf ist.
Aufschläge deutlich höher als in der Woche vor Kriegsbeginn
Die Analyse der aktuellen Preisbestandteile von Benzin und Diesel offenbaren, dass die aktuellen Preise im Vergleich zur Vorwoche (Benzin: 1,49 €/Liter, Diesel: 1,55 €/Liter) bereits gestiegen sind. Zudem liegen sie deutlich über dem durchschnittlichen Niveau von 2017 bis 2022 (Benzin: 1,22 €/Liter, Diesel: 1,26€/Liter).

Bei Benzin beträgt der aktuelle Median-Preis laut e-Control 1,69 Euro pro Liter (Stand: 8. März 2026). Der darin enthaltene Aufschlag liegt bei 34 Cent und ist damit knapp doppelt so hoch wie vor dem russischen Angriffskrieg (18 Cent). Bei Diesel liegt der Median-Preis aktuell bei 1,89 Euro pro Liter (Stand: 8. März 2026), mit einem Aufschlag von 58 Cent – gegenüber 23 Cent vor dem Krieg, was mehr als einer Verdoppelung entspricht. Auch im Vergleich zur Woche vor Beginn der Kampfhandlungen sind die Preise stark gestiegen: Der Aufschlag für Benzin ist um 9 Cent (+38 Prozent) und jener für Diesel sogar um 21 Cent (+57 Prozent) gestiegen. Der durchschnittliche Rohölpreis selbst liegt aber in der letzten Woche (2. bis 6. März) nur 7 Cent/Liter über dem der Vorwoche (23. bis 27. Februar). „Steigende Rohölpreise werden sich auch bei den Spritpreisen niederschlagen. Allerdings ist es aktuell nicht das Rohöl, das die Preise antreibt. Es sind die Preisaufschläge der Raffinerien und Tankstellen, die das Tanken teurer als nötig machen“, sagt Leonard Jüngling, Ökonom am Momentum Institut.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sinkende Rohölpreise nur verzögert an die Kund:innen über niedrigere Endpreise weitergegeben wurden. „Mit dieser ungleichen Weitergabe von Preisänderungen an der Tankstelle wirkt der Marktmechanismus zulasten der Konsument:innen. Der Staat muss eingreifen und die Preisaufschläge regeln, damit nicht die Fehler der Vorjahre wiederholt werden und die Inflation abermals durchrauscht“, so Jüngling.
Das Momentum Institut empfiehlt ein Eingreifen der Bundesregierung in die Energiepreise, um den Domino-Effekt der Teuerung zu durchbrechen. Zudem kann eine Begrenzung übermäßiger Profitmargen das Entstehen von Übergewinnen zulasten der Haushalte verhindern.