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Herbstlohnrunde: KV-Löhne in vier von fünf Branchen niedriger als 2019

Bei der Eisenbahn haben KV-Mindestlöhne 1,8 Prozent weniger Kaufkraft als 2019. Auch IT und Handel haben die Teuerung der letzten Jahre nicht aufgeholt.

Die Teuerung der vergangenen Jahre ist bei den kollektivvertraglichen Mindestlöhnen noch nicht vollständig aufgeholt. In vier von fünf untersuchten Branchen der Herbstlohnrunde liegen sie inflationsbereinigt unter dem Niveau von September 2019. Das zeigt eine Berechnung des Momentum Instituts zum Auftakt der KV-Verhandlungen bei den Eisenbahnen heute.

Am größten ist der Rückstand im untersuchten Bereich Eisenbahn/ÖBB: Die KV-Mindestlöhne haben im September 2026 um 1,8 Prozent weniger Kaufkraft als sieben Jahre zuvor. In der IT beträgt das Minus 1,6 Prozent, im Handel 1,3 Prozent. Auch Handwerk und Gewerbe liegen mit einem Rückgang von 0,3 Prozent unter dem damaligen Niveau. Ein kleines reales Plus verzeichnet unter den untersuchten Bereichen einzig die Güterbeförderung mit 0,3 Prozent.

Auch im Gesamtindex ist die Lücke noch nicht geschlossen: Inflationsbereinigt liegen die tariflichen Mindestlöhne und Mindestgehälter um 0,9 Prozent unter dem Niveau von September 2019. Die Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre haben die gestiegenen Verbraucherpreise damit insgesamt noch nicht ausgeglichen.

Besonders deutlich wird die Belastung beim Blick auf Energie. Eine zweite Auswertung vergleicht die Preise und KV-Mindestlöhne im August 2026 mit dem Jahresdurchschnitt 2019. Energie verteuerte sich in diesem Zeitraum um 78,6 Prozent. Die KV-Mindestlöhne stiegen dagegen um 33,7 Prozent, das allgemeine Preisniveau um 34,8 Prozent. Auch Mieten mit einem Plus von 34,9 Prozent und Lebensmittel mit 34,1 Prozent verteuerten sich stärker als die KV-Mindestlöhne.

„Ein Inflationsausgleich in der Lohnrunde ist besonders wichtig für niedrige und mittlere Einkommen. Die Teuerung trifft sie stärker, weil sie anteilig von ihren Löhnen mehr für Grundbedürfnisse ausgeben müssen“, sagt Nicolas Prinz, Ökonom am Momentum Institut.

Die Berechnungen vergleichen den Tariflohnindex von Statistik Austria mit der Verbraucherpreisentwicklung. Der Tariflohnindex bildet die Entwicklung festgelegter Mindestlöhne und Mindestgehälter ab. Die tatsächlichen Einkommen einzelner Beschäftigter können sich anders entwickeln. Für die vorläufige Septemberberechnung wurde die Inflations-Schnellschätzung der Statistik Austria berücksichtigt.