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Eisenbahn-KV: Diskrepanz zwischen Auslastung und Beschäftigung

Zur zweiten Runde der Kollektivvertragsverhandlungen mit den Eisenbahner:innen am Mittwoch, veröffentlicht das Momentum Institut eine Analyse zur Personalentwicklung der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Die Auswertung zeigt ein deutliches Missverhältnis zwischen steigender Nachfrage und personellem Ausbau.

Wachsende Auslastung auf schmal werdenden Schultern

Von 2013 bis 2025 stieg die Zahl der Reisenden im ÖBB-Personenverkehr um 25,4 Prozent von 233 Millionen auf 292 Millionen. Der Beschäftigungsstand im ÖBB-Konzern wuchs im selben Zeitraum hingegen deutlich geringer. Von 40.643 Vollzeitäquivalenten im Jahr 2013 auf 46.838 im Jahr 2025, was einem Anstieg von lediglich 15,2 Prozent entspricht.

Anzahl der Reisenden zieht den ÖBB-Beschäftigten davon. Von 2013 bis 2025 stieg die Zahl der Reisenden im ÖBB-Personenverkehr von 233 Mio. auf 292 Mio. (+25,4 Prozent). Der Beschäftigungsstand im ÖBB-Konzern wuchs im selben Zeitraum von 40.643 Vollzeitäquivalenten auf 46.838 (+15,2 Prozent).

Parallel dazu erhöhte sich die Anzahl der gefahrenen Personenzugkilometer von 95,5 Millionen Personenzugkilometer im Jahr 2013 auf 118,3 Millionen im vergangenen Jahr – ein Anstieg um 23,9 Prozent.

Die Personenzugkilometer steigen stärker als die Zahl der ÖBB-Beschäftigten. Von 2013 bis 2025 stieg die Zahl der Personenzugkilometer von 95,5 Mio. auf 118,3 Mio. (+23,9 Prozent). Der Beschäftigungsstand im ÖBB-Konzern wuchs im selben Zeitraum von 40.643 Vollzeitäquivalenten auf 46.838 (+15,2 Prozent).

Diese Diskrepanz wird vor dem Hintergrund des zukünftigen Personalbedarfs kritisch. Die ÖBB gab heuer bekannt, dass sie bis 2030 durchschnittlich 4.100 neue Mitarbeiter:innen pro Jahr einstellen müsse. Ohne attraktive Arbeitsbedingungen droht die Umsetzung dieser Pläne zu scheitern.

Faire Löhne als strategische Notwendigkeit

Ein guter Lohnabschluss ist nicht nur sozial gerechtfertigt, sondern ökonomisch zwingend. Attraktive Arbeitsbedingungen signalisieren: Diese Branche bietet Zukunft. In einem Fachkräftemangel, der besonders den Transportsektor betrifft, entscheiden Vergütung und Anerkennung über Recruiting-Erfolge.

Die aktuelle Verhandlungsrunde ist daher mehr als eine tarifliche Routine. Der erfolgreiche Abschluss der KV-Verhandlungen ist Grundvoraussetzung dafür, dass die angestrebte Verkehrsverlagerung von Straße und Flugzeug auf Schiene nicht an Personalengpässen zerbricht. „Die Zahlen unterstreichen, wie wichtig attraktive Rahmenbedingungen sind. Wenn die ÖBB weiterhin wachsen soll, muss das Personal mitwachsen. Faire Löhne sind dabei kein Luxus, sondern die Voraussetzung“, so Barbara Schuster, stellvertretende Chefökonomin am Momentum Institut.