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E-Mobilität in Österreich: EU-weiter Mittelfeldplatz, regional starke Ladeinfrastruktur aber EU-Politik schwächt Klimaziele

Österreich liegt im EU-Vergleich bei der Dichte an E-Ladestationen auf Platz 6 und damit deutlich über dem EU-Schnitt. Weiters gibt es in den Bundesländern Österreichs starke Unterschiede hinsichtlich der Ladeinfrastruktur, wie eine aktuelle Auswertung des Momentum Instituts zeigt. Dass die EU das Verbrenner-Aus aufgeweicht hat, wenngleich die Zahlen einen enormen Zuwachs in der Elektromobilität zeigen, ortet das Institut als Rückschritt.

Österreich liegt bei E-Ladestationen in der EU auf Platz 6. E-Ladestationen pro 100.000 Einwohner:innen. Die Grafik zeigt die Anzahl der Ladestationen pro 100.000 Einwohner:innen für 25 EU-Länder. Die meisten hat Niederlande, die wenigsten Rumänien, Österreich liegt sogar über dem EU-Schnitt.

In der EU stehen in den Niederlanden pro 100.000 Einwohner:innen 1.005 Ladepunkte zur Verfügung, gefolgt von Belgien (655), Dänemark (598), Schweden (507) und Luxemburg (379). Österreich kommt auf 334 Ladepunkte, während der EU-Schnitt bei 199 liegt. Das Schlusslicht hinsichtlich Ladeinfrastruktur bilden Ungarn (43), Polen (25) und Rumänien (24).

Regionale Unterschiede bei E-Lade-Infrastruktur

Die regionale Verteilung innerhalb Österreichs zeigt deutliche Unterschiede: Pro 1.000 Quadratkilometer verfügt das Bundesland Wien mit rund 10.016 Ladepunkten über eine besonders dichte Infrastruktur. Auch Vorarlberg (543) und Salzburg (514) liegen über dem österreichischen Durchschnitt von 432 Ladepunkten pro 1.000 km². In Kärnten (228) und der Steiermark (280) ist die Dichte hingegen vergleichsweise niedriger. Ohne Wien beträgt der Österreich-Schnitt pro 1.000 km² 385 Ladepunkte.

ro 1.000 km2 stehen in Österreich im Schnitt 432 E-Ladepunkte zur Verfügung. Die Grafik zeigt die E-Ladestationen nach Bundesland und im Österreich-Schnitt. Wien hat am meisten E-Ladepunkte. Am wenigsten hat Kärnten.

E-Autos auf Aufholspur

Laut aktuellen Zahlen der European Automobile Manufacturers’ Association (ACEA) stieg der Anteil batterieelektrischer Pkw an den Neuzulassungen in der EU von 13,6 Prozent im Jahr 2024 auf 17,4 Prozent im Jahr 2025 – ein deutlicher Anstieg innerhalb eines Jahres. Gleichzeitig ging der Anteil von Verbrennern deutlich zurück: Bei Benzinern ging der Anteil von 33,3 Prozent im Jahr 2024 auf 26,6 Prozent (2025) zurück und bei Dieselfahrzeugen von 11,9 Prozent (2024) auf 8,9 Prozent (2025).

Trotz dieser Marktdynamik hat die Europäische Kommission Ende 2025 vorgeschlagen, das geplante vollständige Verbrennverbot für neue Pkw ab 2035 deutlich zu verwässern.

„Wir waren auf einem klaren Pfad hin zur notwendigen Antriebswende: Mehr E-Autos, weniger Verbrenner. Eine politische Kehrtwende auf EU-Ebene droht dieses Momentum unnötig abzuschwächen und den notwendigen Übergang zu emissionsfreien Fahrzeugen noch länger zu verzögern. Klimaschutz und Mobilitätswende brauchen klare, stabile Ziele und keine Rückschritte“, so Paul Steinmaßl, Ökonom am Momentum Institut abschließend.