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E-Autos halbieren CO2-Abdruck und sind deutlich günstiger als Verbrenner
Internationale Agenturen warnen vor einem ‘schwarzen April’ und rufen zu Maßnahmen auf, um den Energieverbrauch zu senken. Eine neue Analyse des Momentum Instituts zeigt: Ausgerechnet beim Autoverkehr wird weiterhin massiv Energie verschwendet. Verbrenner sind gegenüber Elektroautos nicht nur klimaschädlicher, sondern über den gesamten Lebenszyklus auch die kostspieligere Technologie.
Internationale Agenturen warnen vor einem ‘schwarzen April’ und rufen zu Maßnahmen auf, um den Energieverbrauch zu senken. Eine neue Analyse des Momentum Instituts zeigt: Ausgerechnet beim Autoverkehr wird weiterhin massiv Energie verschwendet. Verbrenner sind gegenüber Elektroautos nicht nur klimaschädlicher, sondern über den gesamten Lebenszyklus auch die kostspieligere Technologie.
Im Schnitt verursacht ein Auto mit Verbrennungsmotor doppelt so viel CO2 wie ein E-Auto, selbst dann, wenn Herstellung und späteres Recycling der Batterie berücksichtigt werden. Gleichzeitig sind E-Autos über ihre gesamte Nutzungsdauer hinweg im Durchschnitt rund ein Viertel günstiger.
CO2-Bilanz: Ein SUV entspricht vier Transatlantik-Flügen
Autos unterscheiden sich massiv in ihrer Klimabilanz – und zwar nicht nur nach Größe, sondern vor allem nach Antrieb. Der CO2-Ausstoß hängt in ähnlichem Ausmaß vom Motor ab wie von der Fahrzeugklasse.
Ein durchschnittlicher SUV mit Verbrennungsmotor verursacht bei rund 13.000 Kilometern pro Jahr etwa 4.639 Kilogramm CO2. Das entspricht in etwa vier Flügen von Wien nach New York.

Kleinere Fahrzeuge schneiden besser ab, bleiben aber klimaschädlich: Ein Mittelklassewagen verursacht rund 3.235 Kilogramm CO2 jährlich, ein Kleinwagen etwa 2.530 Kilogramm. Selbst damit wären noch zwei Transatlantikflüge „drin“.
Deutlich besser schneiden Elektroautos ab: Sie verursachen im Schnitt 54 Prozent weniger Emissionen als Verbrenner. Der Großteil ihrer Emissionen entsteht bei der Herstellung, rund 60 Prozent der Gesamtemissionen. Im Betrieb hingegen sind E-Autos deutlich effizienter: Werden sie in Österreich geladen, liegen die Emissionen bei nur etwa einem Fünftel eines Verbrenners. Bei Strom aus erneuerbaren Energien sinken die Emissionen im Fahrbetrieb nahezu auf null.
„Autos mit Benzin- und Dieselantrieb verschwenden enorme Mengen an Energie, die immer knapper und teurer wird. Nicht nur die Preise an der Zapfsäule sind ein Problem, auch die Versorgungssicherheit. Hier braucht es Maßnahmen, die den tatsächlichen Verbrauch endlich senken“, sagt Paul Steinmaßl, Ökonom am Momentum Institut.
Teurer Sprit: E-Autos reduzieren Kosten um bis zu 41 Prozent
Auch wirtschaftlich haben Elektroautos längst die Nase vorn. Auf 100 Kilometer gerechnet ist Strom aktuell rund 34 Prozent günstiger als Benzin oder Diesel. Für das Laden eines Elektroautos zahlt man pro 100 Kilometer 8,28 Euro, tankt man Diesel sind es 12,47 Euro, bei Benzin fallen 12,54 Euro an. Noch deutlicher ist der Unterschied bei Wartung und Reparatur: Mit durchschnittlich 245 Euro pro Jahr liegen die Kosten nur bei etwa einem Drittel eines Verbrenners (735 Euro). Trotz höherer Anschaffungskosten sind E-Autos über die gesamte Nutzungsdauer hinweg im Schnitt rund 25 Prozent günstiger (26,21 Euro pro 100 km verglichen mit ca. 35 Euro pro 100 km). Selbst eine mögliche zweite Batterie ist dabei bereits eingerechnet. Mit zunehmender Fahrzeuggröße und Fahrleistung wächst der Kostenvorteil weiter, bei SUVs etwa auf bis zu 41 Prozent.

„Spätestens jetzt, wo sich Klima- und Energiekrise überlagern, ist klar: Am Umstieg auf Elektromobilität führt kein Weg vorbei. Mehr E-Autos, weniger Verbrenner – alles andere verteuert die Krise zusätzlich“, so Steinmaßl. „Ohne ausreichend Ladeinfrastruktur bleibt die günstigste und klimafreundlichste Option aber vielen verwehrt.“
Politik gefordert: Infrastruktur ausbauen, Fehlanreize abbauen
Um den exzessiven Energieverbrauch zu drosseln, empfiehlt das Momentum Institut den raschen Ausbau der Ladeinfrastruktur, transparente Strompreise und niedrigere Tempolimits. Gleichzeitig müssen klimaschädliche Anreize wie das Dienstwagenprivileg reformiert werden, das derzeit vor allem große, verbrauchsintensive Fahrzeuge begünstigt. Zentral bleibt zudem der Ausbau erneuerbarer Energien: Nur so lässt sich die Abhängigkeit von fossilen Importen nachhaltig reduzieren.