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Bus-KV: Arbeitsbedingungen als Kernelement für notwendige Mobilitätswende
Am Donnerstag streiken bundesweit die privaten Busfahrer:innen, nachdem die Seite der Arbeitgeber:innen am Montag erneut die KV-Verhandlungen abgebrochen hat. Das Momentum Institut weist in einer Aussendung daraufhin, dass die Busbranche ein Kernelement der notwendigen Mobilitätswende ist und empfiehlt entsprechend hohe Löhne und gute Arbeitsbedingungen in der Zukunftsbranche. Aktuell hat in Österreich jede:r Zweite eine unzureichende Öffi-Anbindung, gleichzeitig verursacht Individualverkehr immer noch 19,26 Prozent aller CO2-Emissionen.
Bus-KV: Arbeitsbedingungen als Kernelement für notwendige Mobilitätswende
Am Donnerstag streiken bundesweit die privaten Busfahrer:innen, nachdem die Seite der Arbeitgeber:innen am Montag erneut die KV-Verhandlungen abgebrochen hat. Das Momentum Institut weist in einer Aussendung daraufhin, dass die Busbranche ein Kernelement der notwendigen Mobilitätswende ist und empfiehlt entsprechend hohe Löhne und gute Arbeitsbedingungen in der Zukunftsbranche. Aktuell hat in Österreich jede:r Zweite eine unzureichende Öffi-Anbindung, gleichzeitig verursacht Individualverkehr immer noch 19,26 Prozent aller CO2-Emissionen.

1,2 Millionen Menschen haben keinen Öffi-Zugang
Österreichweit haben 48 Prozent eine unzureichende Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Jede:r Zehnte im Land – rund 1,2 Millionen Menschen – hat gar keine Anbindung. Das beste öffentliche Verkehrsnetz gibt es in Wien, lediglich 1 Prozent hat eine ÖV-Anbindung mit der Güteklasse E oder schlechter. Zweitplatziert ist Vorarlberg, von zehn Vorarlberger:innen haben drei einen unzureichenden Zugang. Die schlechteste Öffi-Abdeckung gibt es im Burgenland. 7 von 10 Burgenländer:innen (74 Prozent) haben keine ausreichende Öffi-Anbindung, dicht gefolgt von Kärnten mit 72 Prozent.
Um die schlechte Anbindung endlich auszubauen, sowie die gesetzten Klimaziele zu erreichen, ist ein entsprechendes Busnetz zentral. Vor allem im ländlicheren Raum ist das ein Schlüsselfaktor, oft aufgrund von fehlenden Schienen. “Ein Zugnetz baut man aber nicht über Nacht, ein Bus kann jederzeit losrollen und so den Individualverkehr rasch reduzieren”, erläutert Barbara Schuster, Ökonomin am Momentum Institut.
Verkehr als größter Emissionstreiber
Verkehr war 2019 in der EU für etwa ein Viertel der gesamten CO₂-Emissionen verantwortlich. 60,6 Prozent gehen dabei auf den individuellen Straßenverkehr mittels Pkw zurück. Verkehr ist der einzige Bereich, in dem die Treibhausgasemissionen in den letzten drei Jahrzehnten in der EU zugenommen haben. Zwischen 1990 und 2019 stiegen sie in der EU um 33,5 Prozent. Der größte Anteil der Verkehrs-Emissionen geht auf Personenkraftwagen zurück. In Österreich geht ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen auf den Verkehr zurück. Mit 19,26 Prozent verursacht der Individualverkehr mittels Pkw mehr als die Hälfte der gesamten Emissionen im hiesigen Straßenverkehr.
Bessere Bedingungen – attraktivere Branche
Obwohl es aus klimapolitischen Gründen auf der Hand liegt, dass der Ausbau der Öffis ein zentrales Element für den Klimaschutz ist, gibt es noch immer Regionen die unterirdisch an das Öffi Netz angebunden sind. Um zumindest den Status Quo zu erhalten, müssen wir die anstehende Pensionierungswelle unter Buslenker:innen abfedern. ”Für ein lückenfreieres Busnetz und um die Klimaziele zu erreichen, braucht es aber zusätzlich noch weitere tausende Beschäftigte in der Branche. Will man Menschen für einen Sektor begeistern, muss man neben einem fairen Gehalt auch an den vorherrschenden, teilweise erschütternden Arbeitsbedingungen schrauben”, empfiehlt Schuster hinsichtlich der laufenden KV-Verhandlungen abschließend.