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Arbeitslosenquote: Österreich rutscht von der Spitze ins Mittelfeld ab
Traditionell lag die Arbeitslosenquote in Österreich über Jahrzehnte niedriger als in den meisten Ländern der Europäischen Union. Doch in den letzten 25 Jahren zeichnet sich eine Trendwende ab. Die Arbeitslosenquote in Österreich stieg an, während jene der EU insgesamt zurückging. Österreich fällt von Platz 3 auf Platz 13 zurück.

Noch im Jahr 2000 hatte Österreich mit 3,8 Prozent die drittniedrigste Arbeitslosenquote von heute 27 Ländern der EU. Lediglich Luxemburg und die Niederlande verzeichneten einen noch niedrigeren Anteil Arbeitsloser an den Erwerbspersonen. Die Schlusslichter mit den höchsten Arbeitslosenraten waren Bulgarien, Slowakei und Polen.
Ein Vierteljahrhundert später ist Österreich ins Mittelfeld abgerutscht auf Platz 13 von 27 EU-Ländern. Während die Arbeitslosenquote in der EU von 9,9 Prozent auf 6 Prozent gesunken ist, näherte sie sich in Österreich in den letzten 25 Jahren von einem niedrigen Niveau (3,8 Prozent) fast auf das EU-Niveau von 5,7 Prozent an. Spitzenreiter mit der niedrigsten Arbeitslosenquote sind nunmehr Tschechien, Malta und Polen, das ein Vierteljahrhundert zuvor noch zu den schlechtesten drei Ländern gehörte. 2025 hatten Spanien, Finnland und Griechenland die rote Laterne mit den höchsten Arbeitslosenquoten.
Österreich mit dritthöchstem Anstieg der Arbeitslosigkeit im langfristigen Vergleich
In 20 Ländern sank die Arbeitslosenquote im letzten Vierteljahrhundert, in Österreich und sechs weiteren Ländern stieg sie an. Am stärksten stieg sie in Luxemburg (+4,1 Prozentpunkte), gefolgt von Schweden (+3,2 Prozentpunkte). Den drittstärksten Anstieg verzeichnete bereits Österreich mit +1,9 Prozentpunkten. Die größten Rückgänge von einem hohen Niveau aus gelangen Bulgarien (-16 Prozentpunkte), Polen (-13,7 Prozentpunkte) und der Slowakei (-13,4 Prozentpunkte). In der EU insgesamt sank die Arbeitslosenquote um 3,9 Prozentpunkte.

„In Österreich fehlt die Nachfrage nach Arbeit. Die Menschen sind da und arbeitswillig, aber es gibt nicht genug Jobs. Letztlich haben alle Regierung der letzten Jahrzehnte zu wenig für die Konjunktur in Österreich getan. Läuft die Wirtschaft zu schlecht, muss der Staat sie ankurbeln mit Investitionen und gezielten Mehrausgaben. Auch die heimischen Unternehmen haben zu wenig in die Heimat investiert und das Geld lieber ausgeschüttet oder im Ausland angelegt“, erklärt Oliver Picek, Chefökonom am Momentum Institut. Für kommendes Jahr empfiehlt das Momentum Institut ein Konjunkturpaket, um die Wirtschaft anzukurbeln. Nur mit Sparpaketen lasse sich kein kräftiger Wirtschaftsaufschwung hinbekommen.